Warum muss Beton bewehrt werden?
Beton hält extrem hohen Druckbelastungen stand, was ihn zu einem hervorragenden Werkstoff für Fundamente, Fußböden, Straßen und verschiedene tragende Konstruktionen macht. Unter Zug- und Biegebelastungen ist er jedoch weitaus anfälliger, was dazu führen kann, dass er leichter Risse bildet.
Das bedeutet, dass Beton zwar erhebliche Lasten von oben tragen kann, Belastungen von unten oder von der Seite jedoch bereits Risse verursachen können.
Man muss sich bewusst machen, dass diese Belastungen nicht nur durch hohe Lasten verursacht werden. Beton:
- schrumpft beim Aushärten und Trocknen,
- dehnt sich bei Temperaturänderungen aus und zieht sich zusammen,
- reagiert auf Bewegungen im Untergrund,
- und wird zudem durch den Fahrzeugverkehr und Punktlasten beeinflusst.
Was bewirkt Verstärkung?
Die Betonbewehrung erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
- Es begrenzt die Entstehung und die Breite von Rissen,
- Es überbrückt bereits entstandene Risse,
- Es verteilt die Lasten gleichmäßiger,
- es erhöht die Biege- und Schlagfestigkeit,
- und es verringert das Risiko, dass sich kleinere Risse zu schwerwiegenden Bauschäden ausweiten.
Es ist wichtig zu beachten, dass eine Bewehrung nicht bedeutet, dass Beton niemals Risse bekommt. Das Ziel besteht darin, Risse unter Kontrolle zu halten und sicherzustellen, dass das Bauwerk langfristig sicher und nutzbar bleibt.
Ist es möglich, Beton ohne Stahl zu befestigen?
Die Antwort lautet: Ja, in bestimmten Fällen, aber nicht bei jeder Art von Bauwerk.
Ob auf Stahlbewehrung verzichtet werden kann, hängt immer davon ab:
- die Art des Bauwerks, das errichtet wird,
- die Lasten, die es tragen wird,
- die Dicke des Betons,
- und die Bedingungen, unter denen es eingesetzt wird.
Wo eignet sich eine stahlfreie Bewehrung besonders gut?
Faserverstärkter Beton findet zunehmend Anwendung in:
- auf dem Boden aufliegende Betonplatten,
- Industrieböden,
- Betonflächen im Außenbereich,
- Einfahrten,
- Betonflächen in der Landwirtschaft.
Bei diesen Anwendungen werden die Verstärkungsfasern dem Beton während des Mischvorgangs beigemischt, wodurch sie sich im gesamten Betonvolumen verteilen können.
Was muss beachtet werden?
Einer der wichtigsten Grundsätze lautet:
Die ausgewählte Bewehrung muss tatsächlich in der Lage sein, die erforderliche statische Funktion zu erfüllen.
Eine Mikrofaser kann beispielsweise dazu beitragen, frühe Schwindrisse in Frischbeton zu verringern, ersetzt jedoch nicht die statische Bewehrung.
Zu diesem Zweck wird eine strukturelle Makrofaser benötigt. Bei richtiger Auswahl und Dosierung kann sie:
- Brückenrisse,
- Kräfte über Risse hinweg zu übertragen,
- und die Lasten innerhalb der Betonplatte zu verteilen.
Wann kann auf Stahl nicht verzichtet werden?
Stahlbewehrung kann in folgenden Bauwerken nach wie vor unverzichtbar sein:
- Hängedecken,
- Balken,
- Spalten,
- stark belastete oder stark verbiegende Bauteile.
In diesen Fällen muss das Bewehrungssystem stets von einem qualifizierten Bauingenieur festgelegt werden.
Die eigentliche Frage lautet daher nicht, ob auf Stahl immer verzichtet werden kann, sondern welche Bewehrungslösung die erforderliche Aufgabe in dem jeweiligen Bauwerk sicher erfüllen kann.
Was genau bedeutet „Betonbewehrung ohne Stahl“?
Eine stahlfreie Betonbewehrung bedeutet nicht, dass der Beton unbewehrt bleibt. Der Beton enthält nach wie vor ein Material oder ein Bauteil, das:
- verhindert Risse,
- verteilt Lasten,
- und erhöht die Haltbarkeit.
Der Unterschied besteht darin, dass diese Aufgaben nicht von herkömmlichen Bewehrungsstäben oder geschweißten Stahlmatten übernommen werden.
Die gängigste Lösung: faserverstärkter Beton
Bei diesem Verfahren werden verschiedene Fasertypen direkt in den Beton eingemischt. Diese Fasern:
- sich im gesamten Betonvolumen verteilen,
- und sind nicht, wie Stahlgitter üblicherweise, nur in einer Ebene angeordnet.
Gängige Arten von stahlfreier Bewehrung
- Mikrofasern,
- strukturelle Makrofasern,
- Glasfaserverstärkung,
- Basaltfaserverstärkung,
- faserverstärkte Verbundstäbe und -gitter.
Was ist der Unterschied zwischen ihnen?
Mikrofasern werden hauptsächlich eingesetzt, um Schrumpfrisse in Frischbeton in der frühen Aushärtungsphase zu verringern.
Strukturelle Makrofasern sind größere, festere Fasern, die bei richtiger Auslegung und Dosierung auch eine strukturelle Verstärkungsfunktion übernehmen können.
Warum ist eine stahlfreie Bewehrung vorteilhaft?
Zu den wichtigsten Vorteilen zählen:
- dreidimensionale Verstärkung,
- keine Korrosionsgefahr,
- und eine einfachere Konstruktion.
Wie funktionieren strukturelle Makrofasern in Beton?
Strukturelle Makrofasern werden direkt dem Frischbeton beigemischt. Bei ordnungsgemäßer Durchmischung verteilen sich die Fasern im gesamten Betonvolumen und bilden so eine dreidimensionale Bewehrung.
Dies unterscheidet sich erheblich von geschweißtem Stahlgewebe. Stahlgewebe wird in einer bestimmten Höhe und in einer einzigen Ebene angeordnet. Makrofasern hingegen sind im gesamten Querschnitt des Betons verteilt.
Was passiert, wenn sich ein Riss bildet?
Durch Belastung, Schwinden oder Temperaturschwankungen können sich im Beton kleine Risse bilden. Wenn ein Riss die Fasern erreicht, verbinden diese die beiden Seiten des Risses miteinander und sorgen dafür, dass die Kräfte weiterhin zwischen ihnen übertragen werden.
Dies wird als Rissüberbrückung bezeichnet.
Die Fasern haben daher folgende Eigenschaften:
- das Aufbrechen verlangsamen,
- die Rissbreite begrenzen,
- beim Transport von Lasten helfen,
- und dafür sorgen, dass der Beton nach dem Auftreten von Rissen einen Teil seiner Tragfähigkeit behält.
Das Material der Faser ist nicht der einzige wichtige Faktor
Damit die Faser ordnungsgemäß funktioniert, müssen mehrere Eigenschaften zusammenwirken:
- geeignete Faserlänge,
- ausreichende Zugfestigkeit,
- zuverlässige Haftung am Beton,
- geeignete Oberflächengestaltung,
- ausreichende Ballaststoffzufuhr,
- gleichmäßige Verteilung im gesamten Beton.
Eine glatte, schwache oder übermäßig kurze Kunststofffaser kann nicht dieselbe Aufgabe erfüllen wie eine speziell für die Betonbewehrung entwickelte Strukturmakrofaser.
Was sind die Vorteile einer Betonbewehrung ohne Stahl?
Die Vorteile einer stahlfreien Bewehrung lassen sich nicht allein durch einen Vergleich des Kaufpreises der Fasern mit dem Preis für geschweißte Stahlmatten beurteilen. Der gesamte Bauprozess muss berücksichtigt werden.
Einfachere Konstruktion
Das Stahlgitter muss zur Baustelle transportiert, abgeladen, auf Maß zugeschnitten, überlappend verlegt, zusammengebunden und auf geeignete Abstandshalter gelegt werden.
Bei Verwendung von strukturellen Makrofasern lassen sich viele dieser Arbeitsschritte einsparen. Die Fasern werden dem Beton beigemischt und gründlich vermischt.
Dies kann beim Betonieren großer Flächen einen erheblichen Vorteil bieten.
Kürzere Vorbereitungszeit
Das Verlegen von Stahlgewebe kann sehr zeit- und arbeitsaufwendig sein. Eine Faserverstärkung kann die Vorbereitungszeit verkürzen, da keine separate Einbau von Bewehrung mehr erforderlich ist.
Ein schnellerer Bau kann:
- die Arbeitskosten senken,
- den Bauzeitplan verkürzen,
- und die Organisation der Website zu vereinfachen.
Weniger Materialumschlag
Stahlgitter sind schwer, benötigen viel Lagerfläche und erfordern oft mehrere Arbeiter oder Maschinen für die Handhabung.
Strukturelle Makrofasern sind leicht, lassen sich einfach lagern und einfacher zur Baustelle transportieren. Dies ist besonders auf kleineren Baustellen oder an schwer zugänglichen Orten von Vorteil.
Keine Korrosionsgefahr
Stahl kann in Gegenwart von Feuchtigkeit und Sauerstoff korrodieren. Wenn der Beton Risse aufweist oder die Betondecke um die Bewehrung herum zu dünn ist, kann die Korrosion die Konstruktion nach und nach beschädigen.
Makrofasern aus Polymer rostet nicht. Dies kann sie in folgenden Bereichen besonders vorteilhaft machen:
- feuchte Umgebungen,
- landwirtschaftliche Gebäude,
- Betonflächen im Außenbereich,
- Böden, die chemischen Substanzen ausgesetzt sind,
- sowie Bereiche, die regelmäßig mit Wasser in Berührung kommen.
Kein eingesunkenes oder falsch positioniertes Netz
Stahlmatten funktionieren nur dann einwandfrei, wenn sie an der vorgesehenen Stelle verbleiben. In der Praxis kann es vorkommen, dass die Matten direkt auf den Untergrund verlegt, während des Betonierens verschoben oder durch das Betreten durch Arbeiter nach unten gedrückt werden.
In diesen Fällen befindet sich die Bewehrung nicht mehr in der richtigen Höhe, um ihre vorgesehene tragende Funktion zu erfüllen.
Richtig eingemischte Makrofasern sind jedoch gleichmäßig im gesamten Betonvolumen verteilt. Es besteht daher keine Gefahr, dass die Bewehrung in einer einzelnen Ebene zu tief oder zu hoch angeordnet ist.
In welchen Anwendungsbereichen kann Stahlbewehrung ersetzt werden?
Strukturelle Makrofasern können vor allem herkömmliche geschweißte Stahlmatten in auf dem Boden aufliegenden Betonplatten ersetzen, die auf einem ordnungsgemäß vorbereiteten und verdichteten Untergrund errichtet werden.
Zu den möglichen Anwendungsbereichen gehören:
- Industrieböden,
- Lagerböden,
- Werkstattböden,
- Betonhöfe für die Landwirtschaft,
- Böden in Stallgebäuden,
- Böden in Maschinenhallen,
- Garagenböden,
- Einfahrten,
- Betonflächen im Außenbereich,
- Gehwege,
- Terrassen,
- leicht belastete, auf dem Boden aufliegende Platten,
- bestimmte Plattenfundamente.
Diese Liste bedeutet jedoch nicht, dass jede derartige Konstruktion automatisch ohne Stahlbewehrung errichtet werden kann.
Was entscheidet darüber, ob Stahl ersetzt werden kann?
Die folgenden Faktoren müssen berücksichtigt werden:
- die vorgesehene Last,
- Plattendicke,
- Betonfestigkeitsklasse,
- die Tragfähigkeit des Untergrunds,
- die Verdichtung der Tragschicht,
- die Größe der Fugenplatten,
- konzentrierte Lasten,
- Achslasten von Fahrzeugen und Maschinen,
- die Eigenschaften der Makrofaser,
- und die erforderliche Ballaststoffmenge.
Eine von Personenkraftwagen befahrene Zufahrt und ein Industrieboden, der starken Belastungen durch Gabelstapler ausgesetzt ist, unterliegen völlig unterschiedlichen Belastungen. Daher können für beide nicht dieselbe Betondicke und dieselbe Faserdosierung verwendet werden.
Wann sollte eine Stahlbewehrung nicht automatisch weggelassen werden?
Strukturelle Makrofasern sind nicht in jedem Stahlbetonbauwerk ein universeller Ersatz für Stahl.
Besondere Sorgfalt ist bei Bauteilen erforderlich, die frei überspannt sind, erheblichen Biegebelastungen ausgesetzt sind oder eine entscheidende Rolle bei der Tragfähigkeit des Gebäudes spielen.
Beispiele hierfür sind:
- Hängedecken,
- Balken,
- Spalten,
- Stürze,
- Balkonplatten,
- Stützmauern,
- Auslegerkonstruktionen,
- Bauelemente mit großer Spannweite,
- stark belastete Fundamentkonstruktionen.
Bei diesen Bauwerken werden Menge, Lage und Anordnung der Stahlbewehrung durch statische Berechnungen festgelegt. Makrofasern können gelegentlich als zusätzliche Bewehrung eingesetzt werden, Stahl darf jedoch nur entfernt werden, wenn der Statiker die Lösung genehmigt.
Selbst eine auf dem Boden aufliegende Platte ist nicht immer einfach
Eine auf dem Boden aufliegende Platte kann dennoch eine lokale Stahlbewehrung erfordern:
- unter Mauern,
- um Säulen herum,
- in der Nähe von Tür- und Toröffnungen,
- im Bereich von Schächten und Durchführungen,
- an Konstruktionsanschlüssen,
- an Stellen, die starken konzentrierten Belastungen ausgesetzt sind.
In solchen Fällen können auch Faserverstärkungen und lokale Stahlbewehrungen gemeinsam eingesetzt werden.
Geschweißtes Stahlgitter oder Struktur-Makrofaser?
Sowohl geschweißte Stahlgitter als auch strukturelle Makrofasern können Beton verstärken, wirken jedoch auf unterschiedliche Weise.
| Aspekt | Geschweißtes Stahlgitter | Strukturelle Makrofaser |
|---|---|---|
| Position | In einer bestimmten Ebene | Im gesamten Betonkörper |
| Installation | Muss separat installiert werden | Wird direkt in den Frischbeton eingemischt |
| Verkehr | Schwer und benötigt viel Platz | Leicht und einfach zu verstauen |
| Korrosion | Kann unter bestimmten Bedingungen korrodieren | Rostet nicht |
| Abstandshalter | In der Regel erforderlich | Nicht erforderlich |
| Schneiden und Überlappen | Könnte erforderlich sein | Nicht erforderlich |
| Risiko einer fehlerhaften Platzierung | Das Netz kann sich verschieben oder absinken | Die Fasern werden durch gründliches Mischen verteilt |
| Bauzeit | Erfordert möglicherweise eine längere Vorbereitung | Kann die Vorbereitungszeit verkürzen |
| Entwurfsmethode | Basierend auf der Stahlmenge und der Anordnung | Basierend auf der Faserleistung und der Dosierung |
Welche Lösung ist besser?
Es gibt keine allgemeingültige Antwort, die für jede Konstruktion gilt.
Stahlbewehrung ist eine bewährte und zuverlässige Lösung für viele tragende Konstruktionen. Strukturelle Makrofasern können jedoch bei auf dem Boden aufliegenden Decken wichtige Vorteile bieten, indem sie den Bau einfacher, schneller und wirtschaftlicher machen.
Die richtige Lösung sollte nicht aus Gewohnheit gewählt werden. Sie muss sich nach der Funktion der Konstruktion, den zu erwartenden Belastungen und der technischen Auslegung richten.
Wie wird die erforderliche Ballaststoffdosis ermittelt?
Die Dosierung der Strukturmakrofasern lässt sich nicht allein anhand des Betonvolumens bestimmen, ohne die Anwendungsbedingungen zu kennen.
Die richtige Dosierung hängt von folgenden Faktoren ab:
- Plattendicke,
- Betonfestigkeit,
- Tragfähigkeit des Untergrunds,
- Plattenfläche,
- Anordnung der Gelenke,
- erwartete Lasten,
- Fahrzeuggewicht,
- Achslasten,
- konzentrierte Lasten,
- sowie die technischen Eigenschaften der Faser.
Warum spielt die Art der Makrofaser eine Rolle?
Produkte verschiedener Hersteller können sich in folgenden Punkten unterscheiden:
- Zugfestigkeit,
- Flexibilität,
- Faserlänge,
- Oberflächenprofil,
- Haftleistung,
- und die Resttragfähigkeit nach Rissbildung.
Aus diesem Grund führt die Verwendung derselben Dosierung in Kilogramm für zwei verschiedene Makrofasern nicht zwangsläufig zu derselben strukturellen Leistungsfähigkeit.
Die erforderliche Dosierung muss daher entsprechend den technischen Eigenschaften des jeweiligen Produkts und den auf die Decke einwirkenden Lasten festgelegt werden.
Ist eine statische Berechnung erforderlich?
Bei kleineren Wohnbauprojekten, die nur geringen Belastungen ausgesetzt sind, kann es ausreichend sein, die Anwendungs- und Dosierungsempfehlungen des Herstellers zu befolgen.
Beispiele hierfür sind:
- ein kleiner Gehweg,
- eine Terrasse,
- eine betonierte Fläche im Garten,
- eine kaum benutzte Außenplatte.
Bei höheren Belastungen oder größeren Investitionen empfiehlt sich jedoch eine statische Auslegung.
Wann ist eine Berechnung besonders wichtig?
- Industrieböden,
- Gabelstaplerverkehr,
- Betonflächen, die von Lastkraftwagen befahren werden,
- große Grundflächen,
- Fundamente für Schwermaschinen,
- hohe Konzentrationsbelastungen,
- schwache oder wechselhafte Bodenverhältnisse,
- große Fugenplatten,
- Flachfundamente.
Eine statische Berechnung kann Folgendes ermitteln:
- die erforderliche Plattendicke,
- die erforderliche Betonfestigkeitsklasse,
- die Makrofaser-Dosierung,
- die entsprechenden Verbindungsmaße,
- sowie etwaige lokale Stahlbewehrungen, die möglicherweise noch erforderlich sind.
Die Tragwerksplanung ist kein unnötiger Mehraufwand. Sie hilft dabei, sowohl unsichere Unterdimensionierung als auch unnötig teure Überdimensionierung zu vermeiden.
Wie wird Beton mit strukturellen Makrofasern hergestellt?
Strukturelle Makrofasern können den Betoniervorgang vereinfachen, doch muss jede Bauphase dennoch ordnungsgemäß durchgeführt werden.
Vorbereitung des Untergrunds
Eine Betonplatte kann nur dann ihre Funktion ordnungsgemäß erfüllen, wenn sie gleichmäßig abgestützt ist. Eine schwache, lockere oder unebene Tragschicht kann zu Setzungen führen, die weder durch Stahlmatten noch durch Makrofasern vollständig ausgeglichen werden können.
Der Unterbau und die Tragschicht müssen daher folgende Eigenschaften aufweisen:
- ordnungsgemäß verdichtet,
- gleichmäßig geformt,
- und bei Bedarf in einzelnen Schichten aufgetragen.
Dosierung der Fasern
Makrofasern müssen gemäß den Anweisungen des Herstellers dem Beton beigemischt werden. Die gesamte erforderliche Menge muss zugegeben und gleichmäßig in der Mischung verteilt werden.
Es können Fasern hinzugefügt werden:
- in der Betonmischanlage,
- in den Betonmischer,
- oder in einen Betonmischer vor Ort.
Die genaue Vorgehensweise hängt von der Produktanleitung und der Art der Betonherstellung ab.
Richtiges Mischen
Ist die Mischzeit zu kurz, können die Fasern in Klumpen zusammenbleiben. Das Ziel einer ordnungsgemäßen Durchmischung ist es, die Fasern gleichmäßig im Beton zu verteilen.
Die Fasern sollten nicht als eine große Masse an einer einzigen Stelle eingefüllt werden, es sei denn, die Anweisungen des Herstellers lassen diese Vorgehensweise ausdrücklich zu.
Einbringen und Verdichten des Betons
Faserverstärkter Beton muss ebenso wie herkömmlicher Beton ordnungsgemäß verdichtet werden. Lufteinschlüsse und Hohlräume beeinträchtigen die Festigkeit und Dauerhaftigkeit.
Oberflächenbehandlung
Richtig eingemischte Strukturmakrofasern verhindern in der Regel nicht, dass der Beton abgezogen und geglättet wird. Die Oberflächenbearbeitung muss weiterhin im richtigen Stadium des Betonabbindevorgangs erfolgen.
Aushärten
Die Aushärtung von Beton ist einer der wichtigsten Bauprozesse. Ein zu schneller Feuchtigkeitsverlust kann zu Oberflächenrissen, einer geringeren Festigkeit des Betons und einer verminderten Dauerhaftigkeit führen.
Die Aushärtung kann erfolgen durch:
- Plastikfolie,
- regelmäßige Wasseraushärtung,
- oder ein Aushärtungsmittel.
Säge-Schnitt-Verbindungen
Der Einsatz von Strukturmakrofasern bedeutet nicht automatisch, dass auf alle Bewegungsfugen und Sägeschnitte verzichtet werden kann.
Die Lage, Tiefe und der Abstand der Fugen müssen entsprechend den Abmessungen, der Form und den Belastungen der Betonplatte festgelegt werden. Die Sägeschnitte müssen zum richtigen Zeitpunkt ausgeführt werden, damit sich der Beton entlang der geplanten Linien bewegt.
Häufige Fehler beim Betonieren ohne Stahlbewehrung
Mikrofasern mit Makrofasern verwechseln
Einer der häufigsten Fehler ist die Verwendung oder der Verkauf dünner Mikrofasern als strukturelle Verstärkung, die geschweißtes Stahlgitter ersetzen sollen.
Mikrofasern verringern vor allem Risse, die durch frühzeitiges Schrumpfen entstehen. Als Ersatz für geschweißte Stahlgitter ist eine strukturelle Makrofaser mit geeigneter und nachgewiesener technischer Leistungsfähigkeit erforderlich.
Unzureichende Ballaststoffzufuhr
Wird zu wenig Fasermaterial zugegeben, kann die Bewehrung ihre vorgesehene tragende Funktion möglicherweise nicht erfüllen.
Unzureichende Deckenstärke
Makrofasern machen eine ausreichende Betondicke nicht überflüssig. Eine zu dünne Betonplatte kann unter hoher Belastung dennoch versagen, selbst wenn Makrofasern verwendet werden.
Schwacher oder schlecht verdichteter Unterbau
Eine Faserverstärkung kann Setzungen unter der Betonplatte nur in begrenztem Umfang ausgleichen. Eine ordnungsgemäße Vorbereitung des Untergrunds darf nicht unterlassen werden.
Zu viel Wasser hinzufügen
Oft wird vor Ort Wasser hinzugefügt, um das Einbringen des Betons zu erleichtern. Zu viel Wasser mindert jedoch die Endfestigkeit, verstärkt das Schwinden und erhöht die Rissgefahr.
Unzureichende Aushärtung
Selbst ordnungsgemäß bewehrter Beton kann beschädigt werden, wenn er in der frühen Aushärtungsphase zu schnell austrocknet.
Mangelhafte Gelenkkonstruktion
Makrofasern tragen zur Risskontrolle bei, ersetzen jedoch nicht in jeder Situation eine fachgerecht geplante Fugenführung.
Verwendung eines Produkts ohne ordnungsgemäße Dokumentation
Der Begriff „Betonfaser“ allein ist kein Beweis dafür, dass ein Produkt zur Bewehrung von Bauwerken geeignet ist. Vor der Verwendung müssen die technischen Unterlagen des Produkts und der Verwendungszweck überprüft werden.
Welche Unterlagen sollte eine strukturelle Makrofaser enthalten?
Strukturelle Makrofasern werden in Baukonstruktionen eingebaut, daher muss ihre technische Leistungsfähigkeit durch geeignete Unterlagen belegt werden.
Zu den wichtigsten Dokumenten und Informationen gehören:
- Leistungserklärung,
- CE-Kennzeichnung, sofern dies nach den geltenden Produktvorschriften erforderlich ist,
- Technisches Datenblatt,
- Anwendungshinweise,
- Testergebnisse,
- Informationen zur Produktionssteuerung im Werk,
- sowie einen Verweis auf die geltende Norm.
Eine wichtige europäische Norm für Polymerfasern in Beton ist die EN 14889-2, die wesentliche Anforderungen an Polymerfasern in Beton festlegt.
Was sollte überprüft werden?
Es reicht nicht aus, nur zu prüfen, ob auf einem Dokument eine CE-Kennzeichnung zu sehen ist. Aus den Unterlagen sollte außerdem eindeutig hervorgehen:
- auf welches Produkt es sich genau bezieht,
- der Verwendungszweck der Faser,
- die Eigenschaften, die getestet wurden,
- und die Dosierung, bei der seine Wirksamkeit nachgewiesen wurde.
Die Dokumentation und die Leistungsmerkmale einer strukturellen Makrofaser unterscheiden sich von denen einer einfachen, risshemmenden Mikrofaser.
ArmoTec-Strukturmakrofaser als Alternative zu geschweißtem Stahlgewebe
ArmoTec ist eine strukturelle Makrofaser, die direkt in den Beton eingemischt wird und zur Verstärkung von auf dem Boden aufliegenden Betonplatten entwickelt wurde.
Während des Mischvorgangs verteilen sich die Fasern im gesamten Betonvolumen und bilden eine dreidimensionale Bewehrung. Bei richtiger Dosierung kann ArmoTec Risse überbrücken und Lasten über die gerissenen Betonabschnitte hinweg übertragen.
Die wichtigsten Vorteile von ArmoTec
- es rostet nicht,
- Es lässt sich leicht transportieren und lagern,
- Es ist weder ein Zuschneiden noch ein Zusammenbinden erforderlich,
- Abstandhalter aus Stahlgewebe sind nicht erforderlich,
- es kann die Bauzeit verkürzen,
- sie verteilt sich über den gesamten Betonquerschnitt,
- und es kann bei bestimmten auf dem Boden aufliegenden Decken geschweißtes Stahlgitter ersetzen.
ArmoTec kann unter anderem in folgenden Anwendungsbereichen eingesetzt werden:
- Einfahrten,
- Garagenböden,
- Betonflächen im Außenbereich,
- Industrieböden,
- Betonplatten für die Landwirtschaft,
- Böden in Lagerhallen und Werkstätten,
- sowie Plattenfundamente, sofern diese entsprechend ausgelegt sind.
Die erforderliche Dosierung muss stets unter Berücksichtigung der Plattendicke, der zu erwartenden Belastungen, der Bodenverhältnisse und der baulichen Gegebenheiten festgelegt werden.
Bei größeren oder speziell belasteten Projekten kann eine statische Berechnung erstellt werden, um die erforderliche Betondicke und Faserdosierung zu ermitteln.
Zusammenfassung: Wann ist eine Betonbewehrung ohne Stahl eine gute Wahl?
Eine Betonbewehrung ohne Stahl eignet sich zwar nicht für jedes Bauwerk, kann jedoch für viele auf dem Boden aufliegende Betonplatten eine sichere und wirtschaftliche Lösung darstellen.
Strukturelle Makrofasern können:
- die Notwendigkeit der Verlegung von geschweißten Stahlgittern beseitigen,
- den Materialumschlag vereinfachen,
- die Bauzeit verkürzen,
- das Risiko einer Korrosion der Bewehrung beseitigen,
- und eine dreidimensionale Bewehrung im gesamten Betonquerschnitt zu schaffen.
Um jedoch ein zuverlässiges Ergebnis zu erzielen, reicht es nicht aus, dem Beton lediglich Fasern beizumischen.
Für das Projekt ist außerdem Folgendes erforderlich:
- ein ordnungsgemäß hergerichteter Unterbau,
- richtig gewählte Betondicke,
- geeignete Betonqualität,
- strukturelle Makrofasern mit nachgewiesener Leistungsfähigkeit,
- richtige Ballaststoffmenge,
- fachgerechte Verdichtung und Aushärtung,
- richtig konstruierte Verbindungen,
- sowie statische Berechnungen für Anwendungen mit hoher Belastung.
Die Frage ist daher nicht, ob auf Stahl immer verzichtet werden kann. Die eigentliche Frage ist vielmehr, welche Bewehrungslösung die erforderliche Leistungsfähigkeit für das jeweilige Betonbauwerk gewährleistet und gleichzeitig die einfachste und wirtschaftlichste Bauweise ermöglicht.
Häufig gestellte Fragen
Kann Beton ohne Stahlbewehrung gegossen werden?
Ja. Bestimmte, auf dem Untergrund aufliegende Betonplatten können unter Verwendung von strukturellen Makrofasern ohne geschweißtes Stahlgitter hergestellt werden. Die Eignung dieser Lösung hängt von den Belastungen, der Plattendicke, dem Untergrund und der Faserdosis ab.
Können strukturelle Makrofasern geschweißte Stahlgitter ersetzen?
Bei vielen auf dem Boden aufliegenden Decken ist dies der Fall. Bei abgehängten Decken, Trägern, Stützen oder anderen tragenden Bauteilen sollte jedoch nicht automatisch auf eine Stahlbewehrung verzichtet werden.
Wie viel Makrofaser wird pro Kubikmeter Beton benötigt?
Die erforderliche Menge hängt von der Art der Makrofaser, der Plattenstärke und den zu erwartenden Belastungen ab. Die richtige Dosierung sollte anhand der Herstellerempfehlungen oder einer statischen Berechnung ermittelt werden.
Ist faserverstärkter Beton genauso fest wie stahlbewehrter Beton?
Die beiden Systeme funktionieren unterschiedlich, sodass sie nicht bei jeder Art von Bauwerk als gleichwertig angesehen werden können. In einer ordnungsgemäß ausgelegten, auf dem Boden aufliegenden Bodenplatte können strukturelle Makrofasern möglicherweise die Funktion eines geschweißten Stahlgitters übernehmen.
Können strukturelle Makrofasern für Einfahrten verwendet werden?
Ja. Strukturelle Makrofasern eignen sich oft als Ersatz für geschweißte Stahlmatten in Einfahrten, vorausgesetzt, die Plattendicke, die Vorbereitung des Untergrunds und die Faserdosierung sind angemessen.
Können strukturelle Makrofasern in Industrieböden eingesetzt werden?
Ja. Allerdings kann bei Industrieböden, die Gabelstaplern, Maschinen, Lagerregalen und anderen punktuellen Belastungen ausgesetzt sind, eine statische Auslegung erforderlich sein.
Rosten strukturelle Makrofasern?
Makrofasern aus Polymer rostet nicht, was sie in feuchten Umgebungen und in Bereichen, die chemischen Substanzen ausgesetzt sind, besonders vorteilhaft macht.
Ist für faserverstärkten Beton eine statische Berechnung erforderlich?
Die Dosierungsempfehlungen des Herstellers können bei kleineren, gering belasteten Projekten ausreichend sein. Bei größeren, industriellen oder stark belasteten Decken werden statische Berechnungen empfohlen.
Können Makrofasern in Hängedecken verwendet werden?
Strukturelle Makrofasern sollten nicht automatisch als Ersatz für Stahlbewehrung in Hängedecken verwendet werden. Das Bewehrungssystem muss stets von einem Statiker festgelegt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Mikrofasern und Makrofasern?
Mikrofasern verringern vor allem Schrumpfrisse im Frischbeton in der Frühphase. Strukturelle Makrofasern sind größere Fasern, die bei geeigneten technischen Eigenschaften und richtiger Dosierung eine strukturelle Verstärkungsfunktion übernehmen können.







